Integratives Segeln mit der Bootsklasse 2.4mR

Segeln ist eine der wenigen Sportarten, bei der Menschen mit und ohne körperliche Behinderungen völlig problemlos Sport und sogar Wettkampfsport treiben können. Zudem hat sich in etlichen Untersuchungen herausgestellt, dass das Segeln mit seinen unterschiedlichen Anforderungen an den Gleichgewichtssinn, die Aufmerksamkeit, Konzentration und körperliche Fitness gerade bei Menschen mit körperlichen Behinderungen einen sehr positiven Einfluss auf alle diese Aspekte und damit auch auf das Wohlbefinden hat. Beim Segeln wird oft das schon verloren geglaubte Gefühl von Selbstständigkeit und Freude an der Natur und der Bewegung in der Natur wieder entdeckt.

Die 2.4mR-Bootsklasse wird heute noch liebevoll „Mini 12er“ genannt, was wiederum mit ihren Ursprüngen zu tun hat: nach dem America’s Cup 1980 in Newport / USA, stellten gleich mehrere Konstrukteure aus verschiedenen Ländern ihre Mini-Version des damals gängigen 12er-America’s Cupper vor. 1986 brachte der schwedische Arzt und Rollstuhlfahrer Claes Hultling zwei schwedische Mini 12er mit zur WM der „großen“ 12er in Fremantle. Die kleinen, schnittigen Boote begeisterten und bald entdeckte eine bis dato eher benachteiligte Seglergruppe die Mini 12er: Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, die endlich trotz ihres Handicaps alleine und selbstverantwortlich ein Boot segeln und beherrschen wollten.

Integratives Segeln mit der Bootsklasse 2.4mR

Heute sind die 2.4mR- (nach der Internationalen Meter-Formel) 4,18 m langen und 81,3 cm breiten sowie 1 m tiefgehenden Yachten weltweit etabliert; sie segeln seit 2000 als offizielle Paralympische Klasse und werden auf drei Kontinenten gebaut nicht nur für gehandicapte Segler, sondern auch für Skipper, die das „etwas andere Segelfeeling“ suchen und das auch in einem möglichst großen Regattafeld.

Die Deutsche 2.4mR – Flotte umfaßt mittlerweile mehr als 50 Boote; weit mehr als die Hälfte der Eigner sind nicht gehandicapte Segler.

Unser 2.4mR – Boot kommt wie die meisten der One-Design-Klasse aus Finnland. Gesteuert wird per Fußpedal oder Handsteuerung und mit seinem 181 kg schweren Bleikiel (bei 245 kg Gesamtgewicht) und seinen Schwimmkörpern im Bug und im Heck ist das Boot kentersicher und unsinkbar. Das Boot hat eine Segelfläche von 7,5qm,  kann hoch am Wind laufen ( 30 -35 ° ) und verfügt über umfangreiche Trimmeinrichtungen.

Wir vom Segler-Verein Wakenitz e.V. freuen uns sehr, dass wir mit Hilfe der großzügigen finanziellen Unterstützung der Possehl-Stiftung erstmals in Lübeck und Umgebung Segeln mit dieser einzigartigen 1Mann/1Frau-Bootsklasse anbieten können und somit auch Menschen mit verschiedensten Einschränkungen und Behinderungen „mit in’s Boot holen können“.  Die entsprechende Segelanleitung und Begleitung mit einem Sicherungsmotorboot erfolgt durch Mitglieder des Vereins.

Bei Interesse am Mitsegeln oder Unterstützung am Steg oder auf dem Wasser oder auf unserem Spendenkonto freuen wir uns über einen Anruf oder E-Mail von Ihnen!

Ansprechpartnerin für integratives Segeln:

Dorothee Nuthmann

Mobil: +49 1578 73 753 90

E-Mail: integration@sv-wakenitz.de