Liebe Vereinsmitglieder,
Dieses Jahr segeln tatsächlich vier Vereinsmitglieder auf dem HelgaCup: Steffi, Nadin und Nica auf den RS Venture Connect und Heike Ge. auf der J70. Drückt uns die Daumen!
Wer Lust und Zeit hat, wird hier am Samstag und Sonntag Live-Übertragungen finden (wenn der Wind nicht zu stark wird):
Samstag: https://www.youtube.com/live/v56olNHJkUI?si=c_tgtVFW-FIT046j
Sonntag: https://www.youtube.com/live/Q6yWOdV5Vo4?si=yZxpDfEE3n9Uo8gf
Und wer mag, findet hier noch einen kleinen Rückblick auf die Helga 2025:
Schon ein Jahr zuvor hatten Steffi und ich festgestellt, dass wir ein gutes Segelteam sind. So kamen wir auf die Idee, 2025 in Hamburg beim HelgaCup mal zu starten. Da es meine erste größere Regatte werden sollte, an der ich als Steuerfrau teilnehmen würde, war das Ziel nicht höher/weiter gesteckt außer „dabei sein ist alles“.
Einige haben vielleicht mitbekommen, dass wir deswegen den Vorstand auch baten, dass Boot schon vor offizieller Saisoneröffnung ins Wasser legen zu dürfen, damit wir noch ein bisschen Training mitnehmen konnten (April bis Anfang Juni in einem normalen Alltag ist schnell verflogen).
Da auch Heike Ger. mit Lillemor starten wollte, trugen wir fleißig Trainingstage in die Liste, reichten das Boot teilweise direkt weiter und brachten nebenbei die Fanny mit Florians Unterstützung wieder auf Vordermann. So manche Leine oder manches Gummi hatte seine Haltbarkeit definitiv überschritten.
Noch fast allein auf dem Ratzeburger See haben Steffi und ich Stunden mit Manövertraining und Trimmeinstellungen verbracht und und mit Büchern und Videos das Grundwissen zu Regattataktik angeeignet.
Doch während mich das gesundheitliche Pech in den Wochen vor dem Cup ereilte und einige Trainings ausfallen mussten, erwischte Heike es leider direkt zum HelgaCup, sodass wir kurzerhand noch alle schauten, wo Lillemor eine neue Mitseglerin her bekommen könnte.
Zum Glück organisierte Sven Jürgensen vom NRV in Hamburg höchstpersönlich eine Seglerin, sodass Lillemor zumindest starten konnte. Heike musste uns dann schweren Herzens über den Livestream folgen, was sich aber aus der Not als total schön erwies, schickte sie uns doch immer kleine Kommentare zu unserem Segeln über WhatsApp. Eine sehr schöne Unterstützung aus dem Heimathafen 😉 Danke Heike!
Und da sind wir auch schon mitten im Abenteuer: Wie konnte ich denn auf die Idee kommen, die Helga mitsegeln zu wollen? Auf der Alster mit lauter SUPs und Tretbootfahrern, Ausflugsdampfern und Windböen von 20kn. Eigentlich waren immer 14-18kn mein absolutes Limit, aber ich bin auch noch nie an einem Wochenende 16 Rennen plus Finale gesegelt… Genau, richtig gelesen, auf Platz 5 fanden Steffi und ich uns plötzlich im Finale wieder – wie auch immer wir da gelandet sind 😉 Dass dann aufgrund falscher Wettervorhersagen die Segel gerefft wurden, wir aber höchstens noch 2 kn im Finale hatten, war das Pech des Tages… Wer die Venture, unsere Fanny, auch nur vom Sehen kennt, kann sich denken, dass dieses Boot bei gerefften Segeln nur noch Seitenvertrieb hat und auf der Stelle schaukelt… mit einem Wort: fürchterlich! Das Tonnenmanöver mussten wir drei Mal machen, um dann mit der Böe des Tages und Gennaker an allen vorbeizusegeln. Leider wurde das Rennen abgebrochen, da einige unter Land geraten waren und schlicht manövrierunfähig waren, sodass wir müde, aber glücklich unseren 5 Platz entgegennahmen. Für uns ein voller Erfolg!
Am Ende bleibt mir nur staunend über dieses großartige Event zu berichten, dass es eine besonderen Spirit hat, wenn da lauter Frauen aus unterschiedlichsten Ländern mit all ihren Lebensgeschichten auf J70 und Venture übers Wasser sausen und um die Wette segeln! In Zeiten, wo in vielen Ländern Frauenrechte und Vielfalt wieder als Gefahr wahrgenommen und eingeschränkt werden, war es ein mutmachende Zeichen: Lasst uns einfach gemeinsam Spaß haben und Segeln – egal ob Mann oder Frau, mit oder ohne Behinderung. Segeln geht nur gemeinsam, denn ohne all die Helfer an Land und zu Wasser hätte die Helga nicht stattfinden können. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle!
Und ob ich trotz aller Strapazen noch mal antreten würde? Natürlich und sofort 😉 Es war großartig und hat mich tagelang trotz Müdigkeit strahlen lassen! Und wer weiß, vielleicht hat die eine oder andere ja Lust nächstes Jahr mitzukommen? Ich kann es nur wärmstens empfehlen! 🙂
Nica